Energiespartipps

Die EU hat mit dem EU-Energielabel ein Instrument geschaffen, um den Verbraucher über die Energieeffizienz von neuen Geräten zu informieren. Am besten ist jeweils die oberste Klasse (A) am schlechtesten die unterste (D). Hier sehen Sie ein Etikett für Kühlgeräte mit Verbrauchsklasse A+++. In der Abbildung daneben sehen Sie, wieviel Stromkosten Sie pro Jahr beim Vergleich effizient/ineffizient für verschiedene Produkte einsparen können:


QUELLE: Deutsche Energie-Agentur (dena), Initiative EnergieEffizienz

QUELLE: Deutsche Energie-Agentur (dena), Initiative EnergieEffizienz

Nachfolgend geben wir Ihnen einige Energiespartipps zum Nachlesen an die Hand:

1. Beleuchtung

1.1 LED statt Glühbrine
Ersetzten Sie Ihre herkömmlichen Glühbirnen durch LED-Leuchtmittel. Achten Sie beim Kauf auf die Sockelart und -größe, dann können Sie direkt die Leuchtmittel tauschen. Achten Sie beim Kauf auf die Helligkeitsangaben (Lm), so hat eine 40 Watt Glühbirne etwa die gleiche Helligkeit wie ein 8W LED-Lampe. Diese Maßnahme kann sich bereits im ersten Jahr amortisieren.
Die Lebensdauer gibt an, in welchem Zeitraum der Lichtstrom um 50% unterschritten wird (L50). Einige Markenhersteller geben aber auch den Lichtstrom L70 und L80 an, d.h. die Lebensdauer ist erreicht, wenn 70% bzw. 80% des ursprünglichen Wertes erreicht werden. Die Lebensdauer eines LED-Leuchmittel liegt mit etwa 25.000 h deutlich vor der Glühbirne mit ca.1000 h.
1.2 Gehen Sie raus? Licht aus!
Schalten Sie bei jedem Verlassen des Raumes das Licht aus. Bei modernen LED-Leuchtmitteln verkürzt das oftmalige An- und Ausschalten die Lebensdauer der LED-Leuchtmittel nicht.
1.3 Energiesparlampen statt Halogen
Ersetzen Sie die Leuchtmittel Ihrer Deckenstrahler. Oftmals verwenden Deckenstrahler Halogenlampen. Diese verbrauchen viel mehr Strom als LED-Lampen und gehen auch häufiger kaputt. Für die meisten Leuchtmittel gibt es energiesparenden Ersatz.

2. Heizen & Lüften

2.1 Keine Kipplüftung
Vermeiden Sie es während der Heizperiode Ihre Fenster in Kippstellung geöffnet zu lassen. Über längere Zeit gekippte Fenster erhöhen den Energieverbrauch ganz erheblich. Lüften Sie die Räume nach dem Prinzip der Stoßlüftung. Dazu öffnen Sie die Fenster -bei ausgeschalteter Heizung- für 5 bis 10 minuten komplett. Wenn Sie Ihre Schlafräume direkt nach dem Aufstehen lüften, haben Sie genügend Zeit um die Räume energiesparend aufzuwärmen, bevor Sie sie wieder benutzen.
2.2. Wasserdampf weglüften
Schließen Sie die Türen von Bad und Küche, wenn Sie duschen oder kochen. Lüften Sie danach kräftig durch, damit der entstandene Wasserdampf schnell nach draußen entweicht. Sonst schlägt sich die Feuchtigkeit an kühlen Wänden nieder und es kann sich Schimmel bilden
2.3 Gehen Sie raus? Heizung aus!
Drehen Sie die Heizkörperventile bei längerem Verlassen der Wohnung zu. Stellen Sie das Ventil jedoch nicht auf „Null“, sondern auf „Frostschutz“, um Schäden zu vermeiden.
2.4 Temperaturüberprüfung
Haben Sie einen Raumthermometer? So können Sie die tatsächliche Temperatur, bei der Sie sich wohlfühlen leicht feststellen und die Heizung danach einstellen. Die Absenkung der Raumtemperatur um ein Grad bringt Ihnen rund 6% Heizenergie-einsparung. Wägen Sie für sich ab, ob Sie Ihre Raumtemperatur erhöhen oder ob es nicht ausreicht sich z.B. einen Pullover anzuziehen.
2.5. Heizkörper frei halten
Damit sich Raumluft effizient erwärmen kann, muss sie frei an den Heizkörper vorbei ziehen können. Vermeiden Sie daher Verkleidungen, lange Vorhänge oder Möbel vor den Heizkörpern. Diese schlucken sonst bis zu 20 Prozent der abgegebenen Wärme.
2.6. Keine Elektroheizung
Vermeiden Sie den Einsatz von elektrischen Heizlüftern. Diese haben oft eine Leistung von über 2000W und sind damit Energieschleudern.
2.7 DigitaleThermostatventile
Falls Sie in Ihrer Wohnung keine Thermostatventile haben, fordern Sie diese bei Ihrem Vermieter an, denn Thermostatventile sind gesetzlich vorgeschrieben. Die Anschaffung von digitalen Thermostatventilen erleichtert die Überprüfung und Einstellung der Raumtemperatur und kann so zu Energieeinsparungen führen.
2.8 Umwälzpumpe regeln/ Wartungen
Die Umwälzpumpe in Heizungssystemen sorgt für den Warmwassertransport vom Heizkessel zum Heizkörper. Oftmals ist die Pumpe überdimensioniert und auf die höchste Stufe voreingestellt. In diesen Fällen beeinflusst das Herunterregeln der Pumpe den Heizungsbetrieb nicht, kann aber zu erheblichen Stromeinsparungen führen.

Halten Sie die Wartungsintervalle ein. Entlüften Sie Ihre Heizung, wenn diese gluckernde Geräusche macht oder nicht gleichmäßig warm wird.

3. Kochen & Backen

3.1 Braten statt Backen
Nutzen Sie Ihre Kochstelle anstatt des Backofens, wenn es Ihnen möglich ist (beispielsweise bei Fischstäbchen). Der Backofen braucht bis zu viermal so viel Energie wie herkömmliche Kochstellen!
3.2 Kochen nur mit Deckel
Wenn Sie kochen, nutzen Sie immer einen Deckel. Das Kochen ohne Deckel benötigt etwa dreimal so viel Energie, um den Topfinhalt am Kochen zu halten.
3.3 Schnellkochtöpfe
Verwenden Sie Schnellkochtöpfe. Durch den fest verschlossenen Deckel können Sie eine Energieeinsparung von bis zu 50% erzielen.
3.4 Wasserkocher nutzen
Wenn Sie Speisen herstellen für die zunächst Wasser gekocht werden muss, verwenden Sie für Wassermengen bis zu 3 Litern einen Wasserkocher. Beim Wasserkocher wird das Wasser mit Hilfe von Induktion erhitzt. Das spart gegenüber einem Elektroherd oder einer Mikrowelle deutlich mehr Strom und Zeit.
3.5 Mikrowelle nutzen
Wenn Sie Essen vom Vortag aufwärmen wollen, nutzen Sie eine Mikrowelle.
3.6 Backofen nicht vorheizen
Die meisten Gerichte benötigen kein Vorheizen des Backofens. Dadurch wird lediglich die Backzeit etwas verkürzt. Es bleibt aber viel Wärmeenergie im Vorfeld ungenutzt. Nach dem Backen kann die Ofentür offen gelassen werden, um die Restwärme zur Raumwärmeerhöhung zu nutzen.
3.7 Backofen und Herd rechtzeitg abschalten
Bei Elektrogeräten kann bereits einige Minuten vor Beendigung des Kochvorgangs die Herdplatte bzw. der Backofen ausgeschaltet werden, da die Restwärme in der Regel zum fertiggaren ausreicht.

4. Kühlen & Gefrieren

4.1 Gehen Sie raus? Kühlschrank aus!
Wenn Sie Ihre Wohnung für mehrere Tage verlassen (beispielsweise Urlaub). Schalten Sie Ihren Kühlschrank aus und tauen Sie Ihr Gefrierfach ab. Lassen Sie jedoch die Türen Ihres Gerätes offen, da sich ansonsten Schimmel im Inneren bilden kann.
4.2 Nur Kaltes in den Kühlschrank
Bevor Sie Ihren Kühlschrank befüllen, warten Sie bis die Gegenstände, die Sie hineintuen möchten zumindest auf Zimmertemperatur heruntergekühlt sind.
4.3 Speisen im Kühlschrank auftauen
Wenn Sie Sachen auftauen möchten, planen Sie diesen Vorgang und nutzen Sie zum Auftauen Ihren Kühlschrank. Der Vorgang dauert auf diese Weise zwar länger, aber die abgegebene Kälte der gefrorenen Gegenstände spart Energie.
4.4 Regelmäßiges Auftauen kann Energie sparen
Bildet sich eine Eisschicht an den Wänden Ihres Gerätes frieren Sie dieses ab. Die Eisschicht behindert einen ordnungsgemäßen und effizienten Betrieb Ihres Gerätes.
4.5 Kühlschränke mögen es kalt
Direkte (z.B. Sonneneinstrahlung) oder indirekte (z.B. Backofen) Wärmestrahlung auf Ihr Kühlgerät sollte vermieden werden. Wenn Sie die Temperatur am Standort nur um 1°C senken, kann das eine Energieeinsparung von bis zu 6% ausmachen.

5. Richtig Abschalten

5.1 Ladegerät aus der Steckdose entfernen
Entfernen Sie nach dem Ladevorgang das Ladegerät aus der Steckdose (Handy, Rasierer, elektrische Zahnbürste, Laptop, etc.). Die eingeschalteten Ladegeräte benötigen einen Standby-Strom. Sie erkennen das, indem Sie den Akku anfassen, fühlt er sich warm an, verbraucht er Strom.
5.2 Kein Standby-Betrieb, Einsatz schaltbarer Steckdosen
Vermeiden Sie den Standby-Betrieb von Geräten. Schalten Sie dazu das Gerät (z.B. Ihren Fernseher oder Ihre Musikanlage) nicht an der Fernbedienung aus, sondern nutzen Sie den Schalter direkt am Gerät. Leuchtet am Gerät danach noch immer eine Kontrollleuchte, brummt das Gerät oder strahlt Wärme ab, verwenden Sie schaltbare Steckdosen um das Gerät vom Strom zu trennen.

6. Waschen & Spülen

6.1 Duschen statt Baden
Eine Dusche verbraucht in den meisten Fällen weniger Wasser und weniger Energie als ein Wannenbad. Abhängig vom Duschkopf und dem Volumen der Wanne entspricht ein Duschvorgang von 15 Minuten der Wassermenge, die eine Badewanne fasst.
6.2 Durchlaufbegrenzer einbauen
Durchlaufbegrenzer sind kostengünstig und einfach zu verbauen. Sie begrenzen die Wassermenge, die durch den Wasserhahn läuft. In den meisten Fällen reicht die Wassermenge auch mit Begrenzer für den alltäglichen Gebrauch aus. Jedoch gerade bei Warmwasserspeichern oder Durchlauferhitzern können Begrenzer eine Menge Energie sparen.
6.3 Spülmaschine statt selber Spülen
Eine moderne Spülmaschine verbraucht weniger Wasser und Energie als das Handspülen. Zudem verfügen die meisten Spülmaschinen über eine Energieeinsparfunktion.
6.4 Spülmaschine richtig anschließen
Die meisten Spülmaschinen können direkt an die Warmwasserleitung angeschlossen werden. Nutzt man die Kaltwasserleitung wird das benötigte Wasser innerhalb der Spülmaschine elektrisch erwärmt.
6.5 Spülmaschine richtig nutzen
Neben der Energieeinsparfunktion verfügen die meisten Spülmaschinen über eine Programmverkürzung, die oftmals mit „1/2“ o.ä. gekennzeichnet ist. Dieses Programm reicht zumeist aus um das Geschirr zu säubern. Zusätzlich sollte die Spülmaschine immer vollständig befüllt und die Siebe regelmäßig gereinigt werden.
6.6 Gehen Sie raus? Warmwasserspeicher aus!
Wenn Sie das Haus für längere Zeit verlassen, sollten Sie Ihren Warmwasserspeicher abschalten. Der Warmwasserspeicher erhitzt das Wasser im Speicher zumeist elektrisch und hält die voreingestellte Temperatur für Sie bereit. D.h. der Warmwasserspeicher heizt das Wasser im Speicher auch auf, wenn Sie im Urlaub sind.
6.7 Durchlauferhitzer statt Warmwasserspeicher
Überlegen Sie Ihren elektrischen Warmwasserspeicher gegen eine Durchlauferhitzer zu tauschen. Dieser erwärmt das Wasser ebenfalls elektrisch, tut dies aber nur bei Bedarf und spart dadurch Energie.
6.8 Zirkulationspumpe zeitlich regulieren
Bei zentral erwärmten Wasser wird das Wasser mit Hilfe einer Zirkulationspumpe vom Heizkessel zur Entnahmestelle (Wasserhahn) transportiert, so dass nach dem Öffnen des Wasserhahns sofort warmes Wasser zur Verfügung steht. Der Betrieb dieser Zirkulationspumpe ist hingegen nur in Zeiten von Warmwasserbedarfen notwendig. Energieeinsparungen können Sie erzielen, indem Sie diese Pumpe an eine Zeitschaltuhr koppeln, welche die Zirkulationspumpe nachts abschaltet.

7. Waschmaschine & Trockner

7.1 Richtiges Programm wählen
Verzichten Sie auf die Vorwäsche und nutzen Sie Energiesparprogramme zum Waschen der Wäsche in der Waschmaschine. Das spart Energie und Wasser.
7.2 Keine halben Sachen
Starten Sie die Waschmaschine immer vollbeladen. Bei einer Teilbeladung benötigt die Waschmaschine genauso viel Energie wie bei einer Vollbeladung.
7.3 Je Wärmer, desto mehr Energieverbrauch
Nutzen Sie die Niedertemperaturprogramme Ihrer Waschmaschine. Je höher die Temperatur eingestellt ist, desto höher ist der Energieverbauch Ihrer Waschmaschine. Sie können bis zu 50% des Strom sparen, wenn Sie statt 60° Celcius ein Programm mit 40° Celcius wählen. Es können sogar bis zu 70% Strom bei der Wahl eines 30° Celcius Waschprogramms (gegenüber einem 60° Celcius Waschprogramm) gespart werden. Kochwaschgänge sind bei der Leistungsfähigkeit moderner Waschmittel in der Regel nicht mehr notwendig.
7.4 Schleudern statt Trockner
Wenn Sie einen Trockner nutzen, können Sie Ihre Wäsche „nachschleudern“. Das spart Energie beim Trocknen im Wäschetrockner. Je nach klimatischen Gegebenheiten kann der Wäschetrockner bei gutem Wetter auch „aus“ bleiben. Die Energie für den Wäschetrockner kann durch die Verwendung einer Wäscheleine eingespart werden.

Ich danke meinem Kollegen Christoph Magazowski für Anregungen und Diskussionen zu diesem Thema.