Flüchtlinge kicken im FC Inter Asanus

Bernd Schlenther (links oben) und „seine“ Kicker vom FC Internazionale Amt Sandesneben-Nusse, kurz Inter Asanus. Die Mannschaft, bestehend aus Flüchtlingen aus Eritrea, Afghanistan, Syrien, Irak und dem Kosovo spielt am kommenden Wochenende das erste Mal bei einem Turnier des SV Steinhorst-Labenz.

Bernd Schlenther organisiert Freizeit- und Integrationsangebot im Amt Sandesneben-Nusse-Sonntag Turnier

Sandesneben. „So, jetzt macht Ihr Euch erst mal warm mit Dehnübungen und kurzen Pässen zwischen zwei, drei Leuten“, erklärt Bernd Schlenther nach der Begrüßung seiner Schützlinge per Handschlag.

Doch wie bei kleinen Kindern kommt es gleich zu ausgelassenen Reaktionen bei einigen Kickern. „Nicht ballern!!!“, brüllt Schlenther nach einem vehementen Schuss eines stämmigen Syrers auf die Wand hinterm Tor, auf dass alle jungen Männer schuldbewusst herüber schauen und danach lammfromm ihre Übungen absolvieren.

„Seit Anfang Juni 2016 haben wir auf Initiative des Amtsvorstehers Uli Hardtke damit begonnen, den Flüchtlingen ein kostenloses Sportangebot zu machen. Doch hat sich schnell heraus gestellt, dass nur Fußball bei den Jungs ankommt“, erzählt Schlenther, der diese bunte Gruppe, bestehend aus Syrern, Irakis, Afghanen, Eritereern oder Kosovaren, organisiert und leitet. Der frühpensionierte Verwaltungswirt ist im Besitz einer allgemeinen Sport-Übungsleiter-Lizenz sowie der DFB-Fußballtrainer C-Lizenz. Er war zehn Jahre als Fußball-Jugendtrainer beim TSV Wentorf-Sandesneben tätig und ist vielen Schülern und jungen Leuten noch durch seine langjährige Vertretungstätigkeit an der Grund- und Gemeinschaftsschule Sandesneben, unter anderem auch im Unterrichtsfach Sport, bekannt.

Das einmal in der Woche stattfindende Trainingsommers jeden Dienstag Abend auf dem Sportplatz in Wentorf/AS, winters an den Sonnabenden um 11 Uhr in der Sandesnebener Schulsporthalleist nicht nur ein höchst beliebtes Freizeitangebot für die meist noch unbeschäftigten Asylbewerber, sondern zugleich auch noch eine hervorragende Integrationsmaßnahme. Schlenther: „Der Sport braucht nicht viele Worte, um sich zu verstehen. Die Regeln sind weltweit gleich. Wichtiger als sportliche Höchstleistungen sind mir ohnehin, Fairplay und respektvollen Umgang miteinander zu vermitteln. Schön wäre es, wenn auf Sicht sportbegeisterte Flüchtlinge in den örtlichen Sportvereinen eine neue Heimat fänden. Dabei möchte ich behilflich sein.“ Kaum weniger als die sportliche Betätigung liegt Schlenther auch die „Verlängerung“ nach dem Training am Herzen. „Wenn wir danach noch bei einem Erfrischungsgetränk gemütlich zusammen sitzen, kommt es nochmals zu einem Austauschnatürlich in der deutschen Sprache. Das hilft allen.“

Dabei kommt natürlich auch heraus, dass die meisten nur über eine rudimentäre oder gar mangelhafte Ausrüstung verfügen. Echte Fußballoder Hallensportschuhe hat kaum einer. Wer also noch gut erhaltene, nicht mehr benötigte (Zweit-) Schuhe in seinem Schrank hat, kann damit noch viel Gutes bewirken, hofft Schlenther auf Unterstützung.

Für den kommenden Sonntag (19. Februar) sind solche Schuhe besonders wichtig. Denn dann tritt die Schlenther-Truppe unter ihrem neuen Namen FC Internazionale Amt Sandesneben-Nusse, der Kürze und Würze halber „Inter Asanus“ genannt, beim Turnier des SV Steinhorst-Labenz an. Dies wird ausgetragen in der Schulsporthalle Sandesneben. Das Turnier beginnt um 10 Uhr und endet gegen 14.30 Uhr. Die Siegerehrung, Umtrunk und Imbiss finden anschließend im Sportlerheim in Steinhorst statt.

Die weiteren Turnier-Teams kommen aus Mecklenburg-Vorpommern (Spornitz), Kreis Stormarn (SV Eichede und Tralau), Lübeck (Eichholzer SV), aus Wentorf-Sandesneben (TSV) sowie vom gastgebenden SV Steinhorst-Labenz.

Publikum willkommen

Zuschauer sind beim Turnier herzlich willkommen, für Essen und Trinken wird in der Halle gesorgt. Auch weitere interessierte Fußballer nicht nur Flüchtlinge, sondern auch Einheimische können sich gerne mit Bernd Schlenther in Verbindung setzen und am regelmäßigen Training teilnehmen.

Kontakt: bernd.schlenther@t-online.de, mobil: 0160/99 56 55 50.

Quelle: Lübecker Nachrichten
Text/Foto: Joachim Strunk