Badewasser in Spitzenqualität

Mit einer neuen Filteranlage geht das Freibad Steinhorst in die Saison 2021

Der neuen Badesaison im Freibad Steinhorst steht – außer eventuell Corona – nichts mehr im Wege: Vergangenen Dienstag wurde per Lkw aus dem dänischen Esbjerg der neue Filter angeliefert, ohne den an Badefreuden nicht zu denken wäre. Eigentlich war der Einbau des 85.000-Euro-Geräts schon im vergangenen Jahr vorgesehen, doch das scheiterte am damals noch laufenden Antragsverfahren. Der alte Filter mit 60 Betriebsjahren musste deshalb noch einmal notdürftig für die Sommersaison geflickt werden.

Der Nachfolger vom Typ „Defender“ ist ein Perlit-Druck-Anschwemmfilter und wurde von der kanadischen Firma Neptune-Benson gebaut. In dem 850-Kilo-Zylinder steckt Spitzentechnologie, betont Wassertechniker Uwe Haaker (Geesthacht), der die Gemeinde bei der Anschaffung beraten hat. „Der Filter reinigt 212.000 Liter pro Stunde bis zu einer Partikelgröße im Mikrometerbereich. Das statt Kieselgur eingesetzte Perlit ist gemahlener Lavastein und ermöglicht eine Wasserreinigung, die wesentlich weniger Energie und Chemie erfordert als das alte Gerät.“

Nach einigen Verbesserungen im Beckenbereich muss jetzt im Freibad als dritte Stufe noch das Pumpenhaus renoviert werden, um das Investitionsvorhaben im Volumen von 126.000 Euro abzuschließen. Die Finanzierung erfolgt zu 50 Prozent aus Mitteln des Landes für die Sportstättensanierung.

Einen Teil der verbleibenden Kosten hofften das Amt Sandesneben-Nusse und die Gemeinde Steinhorst über die AktivRegion Lauenburg Nord erstattet zu bekommen. Doch das erwies sich als Illusion: Trotz der innovativen Technik stelle der Filter eine Ersatzbeschaffung dar, die nicht gefördert werden könne, fasst Bürgermeister Horst Wardius den abschlägigen Bescheid der zuständigen Landesbehörde zusammen. So bleiben die anderen 50 Prozent an Steinhorst und den umliegenden Gemeinden hängen. Trotzdem ist der Zeitplan für die restlichen Arbeiten nicht gefährdet. Der Saisonstart Ende Mai wird eingehalten, versichert Wardius.

Mit Flaschenzug und Muskelkraft brachten Uwe Haaker, Dieter Böttcher und Herbert Witten (von links) den 850 Kilo schweren Filter in Position.
Foto: M. Schütt
Dieter Böttcher am Flaschenzug hievt die 850 Kilo Spitzentechnologie in senkrechte Position.
Foto: M. Schütt
Mit vereinten Kräften bringen Bürgermeister Horst Wardius (von links), Dieter Böttcher und Herbert Witten den 850-Kilo-Zylinder millimetergenau in Position.
Foto: M. Schütt