Finanzministerin Monika Heinold zu Gast in der Grund- und Gemeinschaftsschule

Gruppenfoto auf Treppe
Schauten sich gemeinsam die Sanierungsmaßnahmen der Grund- und Gemeinschaftsschule in Sandesneben an: Bürgermeister Erich Bünger, Finanzministerin Monika Heinold, Amtsvorsteher Ulrich Hardtke, Julia Schneiders, Leiterin der Oberstufe, Thomas Jessen, Verwaltungschef Amt Sandesneben-Nusse und Richard Büßinger, Fachleitung Naturwissenschaften (von links), sowie Christine Hoppe-Rebling, stellvertretende Direktorin.

Die Baumaßnahmen sind bereits eineinhalb Jahre her. Jetzt besuchte Finanzministerin Monika Heinold die Grund- und Gemeinschaftsschule in Sandesneben um sich die durchgeführten Maßnahmen zur energetischen Sanierung anzuschauen.

„Ich bin viel im Ministerium und daher froh, wenn ich auch mal Außentermine habe“, so begrüßte Monika Heinold die Gruppe aus Schul- und Gemeindevertretern. „Es ist mir wichtig, auch einmal persönlich vor Ort zu sein und die Projekte zu begleiten.“

Im Rahmen der „energetischen Sanierungstour“ geht es um den Schwerpunkt Bildung und Klimaschutz. Die Landesregierung beteiligte sich mit knapp 79.000 Euro aus dem Fördertopf und zusätzlich gut 70.000 Euro aus dem Projekt Schuki (Energetische Sanierung von Schulen und Kindertagesstätten). Die Gesamtinvestitionskosten belaufen sich auf 870.000 Euro. Von dem Geld wurde unter anderem das Dach des Treppenhauses saniert. Das Neue ist aus Glas und bringt der Schule nicht nur energetisches Einsparpotential sondern ebenfalls viel Licht in den Aufgang. Zusätzlich wurde hier ein neuer Aufzug integriert und die Türen verbreitert um die Schule barrierefrei zu gestalten. Weiterhin wurden sechs Hörsäle umgebaut und mit herunter klappbaren Anschlüssen für naturwissenschaftliche Versuche an den Stand der Technik angepasst. Diese Maßnahme ist für die Schule besonders wichtig, um weiterhin das naturwissenschaftliche Profil anbieten zu können.

Richard Büßinger zeigt der Finanzministerin das erste, größere Projekt zum Thema Umwelterziehung in den neuen Räumen: Ein Modell, mit dem man die Erwärmung von CO2 erforschen kann.

Als erstes gestaltetes Projekt in den neuen Räumen präsentierte Richard Büßinger, Fachleitung Naturwissenschaften, ein Modell, in dem die Auswirkungen der CO2 Erwärmung erforscht werden können. Mit einem Restbetrag der Fördermittel wurde auf der Schule eine kleine PV-Anlage installiert, die die Schule künftig mit Strom versorgen kann. „Von den Investitionen profitiert die Schule gleich dreifach“, so die Finanzministerin. „Zum einen kann CO2 eingespart und die Betriebskosten gesenkt werden. Außerdem wird durch die sanierten Gebäude das Thema Umwelterziehung für die Schüler anfassbar.“ Amtsvorsteher Ulrich Hardtke berichtete von den erfolgten Maßnahmen der Gemeinde: „Vor drei Jahren haben wir bereits ein Klimaschutzteilkonzept angefangen. Fossile Brennstoffe wurden nach und nach durch alternative Energien ersetzt, ein Blockheizkraftwerk errichtet. Ein eigens eingestellter Klimaschutzmanager kümmert sich um die effiziente Umsetzung.“ Auch für den Umbau der Schule musste das Amt als Träger die Kosten übernehmen. Die Umsetzung war nicht leicht aber durch nachhaltiges Wirtschaften machbar.

Jetzt ist es der Schule allerdings wichtig, ein neues Profil für die Oberstufe dazuzugewinnen: das Sportprofil. Dies geht jedoch nicht ohne neue Turnhalle, die zusätzlich ein enormer Gewinn für die gesamte Gemeinde wäre. „Auf dem flachen Land ist so eine Halle eben nicht nur für den Sport da, sondern als wichtiger Familientreffpunkt“, erklärt Ulrich Hardtke. Bis jetzt sei wenig Platz da. Die bestehenden zwei Hallen sind klein und werden bereits von den Vereinen viel genutzt, so dass teilweise sogar Sportstunden ausfallen müssen. Für eine Sportprofil ist dies nicht möglich. Die Bevölkerung sei in den letzten dreißig Jahren um fünftausend gestiegen, man benötige daher die Halle schon, um den damaligen Standard halten zu können. Leider wurde der beantragte Zuschuss abgelehnt. Die Schule- und Gemeindevertretern appellierten daher an die Finanzministerin, die Entscheidung noch einmal zu überdenken oder Tipps zu geben, an welchen Töpfen man sonst noch beteiligt werden könnte, um das Ziel zu erreichen. Monika Heinold konnte die Gründe gut verstehen. Sie sei selber auf dem Dorf in der Nähe von Bad Segeberg aufgewachsen und kenne die Bedeutung von Sportstätten. Allerdings sei die Einhaltung der Richtlinien wichtig, um an Fördergelder zu kommen. Man müsse daher genau prüfen, ob die Sporthalle im Grundsatz zu einer der Förderstrukturen passt oder nicht. Insgesamt gibt es landesweit einen enormen Sanierungsstau,insbesondere in Bezug auf Sportstätten.

Ähnlich schwierig gestaltet sich die Modernisierung der Kindertagesstätte. 300.000 – 350.000 Euro soll der Umbau kosten. Zuschüsse gibt es nur bei einer Vergrößerung der Gruppenanzahl. Eine schwierige Situation für Sandesneben, da die bestehende Kita zwar in der Größe für die Kinder ausreicht aber eben unmodern geworden ist. Bürgermeister Erich Bünger: „Wir sind stolz, was wir bis jetzt erreicht haben. Sandesneben hat eine besondere Lage im Raum. Wir sind von allen größeren Städten entfernt, weshalb wir hier die Hauptstadt sind. Doch langsam ist die finanzielle Grenze erreicht.“ Entwarnung konnte die Finanzministerin hier jedoch nicht geben. Sie schlug vor die Steuerüberschüsse, die in diesem Jahr als Nachzahlungen an die Kommunen fließen, für Projekte wie die Turnhalle zurückzulegen.

Text und Fotos: Melissa Jahn