„Schaut hin! Gewalt kommt nicht in die Tüte“

Die meisten Gewalttaten werden nicht in der Öffentlichkeit, sondern zuhause in der Familie verübt – fast immer sind die Opfer Frauen und Kinder. Leider ist in 2019 die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt weiter gestiegen. 149 Menschen kamen durch Gewalt ihres Partners
in Deutschland zu Tode, davon sind 117 Opfer weiblich. In Schleswig-Holstein waren knapp 4.900 Menschen Opfer von Partnerschaftsgewalt in all seinen Variationen. Und auch hier ist der Anteil mit knapp 3.900 Frauen unverhältnismäßig hoch.

Bereits zum 17. Mal geben die teilnehmenden Innungsbäckereien in ganz Schleswig-Holstein ab dem 23.11.2020 Brötchentüten mit der Botschaft „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“ aus. Auf den Tüten befindet sich die Nummer des Hilfetelefons, eine Nummer, bei der sich Frauen und ihre Angehörigen melden können, wenn sie von Gewalt betroffen sind.
Wir wollen aufrütteln und Mut machen, um den wichtigen ersten Schritt zur Selbsthilfe zu wagen, mit unserer Aktion „Schaut hin! Gewalt kommt nicht in die Tüte“ in Schleswig-Holstein. Denn wenn das eigene Zuhause kein Ort der Geborgenheit und Sicherheit mehr ist, dann gilt es zu handeln.

Knapp 320.000 Aktionstüten gehen vom 23. – 28.11.2020 in den rund 275 Verkaufsstellen der beteiligten 47 Handwerksbäckereien in Schleswig-Holstein über den Ladentisch, bedruckt mit dem Aufdruck „Gewalt kommt nicht in die Tüte“, ergänzt um die Information über das Hilfetelefon (08000116016), der Telefonnummer, über die Betroffene aller Nationalitäten, 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr, Unterstützung bekommen können.

Eine gemeinsame Aktion

  • des Landesinnungsverbandes des Bäckerhandwerks Schleswig-Holstein,
  • der Gleichstellungsbeauftragten und lokalen Bündnisse gegen häusliche Gewalt in Schleswig-Holstein
  • unter der Schirmherrschaft von Dr. Sabine Sütterlin-Waack, Ministerin für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein.